Heimische Bauern profitieren von erfolgreicher Genossenschaft
Mittelstands-Union Oberbayern besuchte Milchwerke Berchtesgadener Land

Besucher aus der Mittelstands-Union im Pidinger Milchwerk: Auf unserem Bild (von links) Geschäftsführer Helmut Pointner (4.v.l.) , MU-Bezirksvorsitzender und Landtagsabgeordneter Alexander Radwan, Bernhard Pointner, Landtagsabgeordneter Roland Richter

BGL - 28.08.2009:
Die Unternehmensform der Genossenschaft kann sich bei entsprechender Geschäftsführung auch in unserer Zeit erfolgreich im Markt behaupten und auch den internationalen Wettbewerb bestehen.
Ein Beispiel dafür sind die Milchwerke Berchtesgadener Land. Das stellten die aus allen Himmelsrichtungen angereisten Mitglieder der Mittelstands-Union Oberbayern jetzt bei einem Besuch des modernen Milchverarbeitungswerkes in Piding fest.

Der Vorsitzende des Bezirksverbandes Oberbayern der Mittelstands-Union, Landtagsabgeordneter Alexander Radwan, hatte bewusst den Pidinger Genossenschaftsbetrieb als Ziel für eine Exkursion der Mittelständler ausgewählt. Er war damit auf positive Resonanz gestoßen.
War die Milchproduktemarke "Berchtesgadener Land" doch auch für die in entfernteren Landkreisen wohnenden Selbständigen und Unternehmer ein bekannter Begriff.

Bernhard Pointner von der Geschäftsführung begrüßte die Besucher am Eingang des schon nahezu fertigen Erweiterungsbaues der Milchwerke BGL und führte sie durch die immer weiter modernisierten Produktionsanlage des 1986 erbauten Werkes, in dem damals rund 60 Mio. Liter Milch pro Jahr verarbeitet wurden. Inzwischen ist die hier angelieferte und zu 180 verschiedenen Produkten verarbeitete Milchmenge auf 225 Millionen Liter im Jahr angestiegen, das sind rund 600.000 Liter pro Tag.

Mit Interesse vermerkten die Besucher aus dem Mittelstand die Bemühungen der Genossenschaft um eine besondere Stellung im Markt durch ent-sprechend hochwertige Produkte bis hin zu Almbauern- und Bioproduktion. Sie erfuhren, dass die an das Werk liefernden Milchbauern nur Gentechnik-freie Futtermittel verwenden dürfen und sahen das Labor, in dem künftig neben vielen anderen Dingen auch die Untersuchung von unangemeldet gezogenen Futtermittelproben auf Gentechnik-Freiheit durchgeführt wird.

Bei einer an den Werksrundgang anschließenden Diskussionsrunde stieß auch der langjährige Geschäftsführer der Genossenschaft, Helmut Pointner, zu den Besuchern. Dabei kam zur Sprache, dass der Pidinger Genossenschaftsbetrieb schon seit 1974 auch Biomilch zu speziellen Produkten verarbeitet und mit dieser Bio-Weichenstellung der erste Betrieb im Land war. Bio-Weichenstellung der erste Betrieb im Land war. Heute sind es rund 50 Mio. Kilogramm Biomilch, die von speziellen landwirtschaftlichen Betrieben ins Pidinger Werk angeliefert werden.

Auch die Bergbauernmilch-Schiene, deren hochwertige Produkte es der Genossenschaft ermöglichen, die höheren Produktionskosten bei den Bergbauern auch durch einen höheren Milchpreis zu honorieren, stießen bei den Besuchern auf besonderes Interesse. Schließlich tragen die Bergbauern mit ihrer Bewirtschaftung von nicht ebenen Flächen wesentlich zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft bei. Natürlich wurden auch die immer wieder auftretenden Probleme auf dem Milchmarkt besprochen, auf die allerdings selbst unsere nationalen Politiker nur sehr begrenzt Einfluss haben.

Die Marktbedingungen werden von der Europäischen Union bestimmt und für Änderungen daran braucht man eine Mehrheit auf Europa-Ebene. Umso wichtiger seien die mit hochwertigen Produkten untermauerten Marktstrategien, mit denen sich die Pidinger Genossenschaft erfolgreich von Konkurrenten abhebt, betonten einige der Besucher.

Und MU-Bezirksvorsitzender Alexander Radwan resümierte, die hochmodern ausgerichteten Milchwerke Berchtesgadener Land hätten es als Genossenschaft, die rund 1800 Milchbauern gehört, geschafft, einen internationalen wettbewerbsfähigen Betrieb mit hohem Qualitätsanspruch aufzubauen und fest im Markt zu verankern.

Foto + Text: H. D. Moosleitner
Bildbearbeitung + Satz: Thomas Breyer, MU Traunstein